Hotel wird zur Kulisse einer großen Übung

Hotel wird zur Kulisse einer großen Übung

Gorxheimertal. Die Bilder des verheerenden Hochhausbrandes in London haben wir noch alle vor Augen. Auch wenn Szenarien wie diese bei uns unmöglich erscheinen – auf Ernstfälle größeren Ausmaßes müssen sich die Einsatzkräfte ebenfalls vorbereiten, um im Notfall besonnen zu handeln. Helfern aus der Region steht daher ein wichtiges Ereignis bevor: Am Samstag, 1. Juli, ab 15 Uhr findet im ehemaligen Hotel Odenwald in der Hauptstraße 231 in Gorxheimertal eine groß angelegte Katastrophenschutzübung statt. 160 Beteiligte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen werden sich mit rund 50 Einsatzfahrzeugen an der Übung beteiligen. Federführend ist die Freiwillige Feuerwehr Gorxheimertal in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für die Organisation verantwortlich.

Das Ziel: Die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Katastrophenfall – Feuerwehren, verschiedene Hilfs- und Rettungsdienste sowie Gemeindeverwaltung – soll gefestigt werden.

Folgendes Szenario wird angenommen: In dem Haus kommt es in der gemeinsam genutzten Großküche im Erdgeschoss zu einer Fettexplosion. In der Folge bricht ein Feuer aus. Der Rauch breitet sich in den dem Gebäude mehr und mehr aus. Der Brand weitet sich über die Zwischendecke und Absaugung auch auf die nordwestlichen Anbauten aus und droht auf Nachtbargebäude überzugreifen. Mehrere Personen werden „verletzt“ und müssen durch die Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet und von den Hilfsorganisationen betreut und behandelt werden.

Das Szenario geht über dieses Unglück noch hinaus. Zusätzlich zu dem Brand werden alle Mieter des Objektes obdachlos, müssen betreut und untergebracht werden. Um für ein realistisches Bild zu sorgen, werden etwa 30 Personen Verletzte bzw. von dem Brand betroffene Personen darstellen.

Lange Vorbereitungszeit

Um die Unterbringung der „Obdachlosen“ zu simulieren, wird im Bürgerhaus eine Sammelstelle und Notunterkunft eingerichtet. Nach der Übung werden dort alle Teilnehmer verpflegt und eine Übungsnachbesprechung abgehalten.

Eine Übung in dieser Größenordnung ist organisatorisch auch im Vorfeld mit viel Arbeit verbunden. Seit gut einem Jahr ist der Gemeindebrandinspektor von Gorxheimertal, Ralf Otto, bereits mit den Planungen befasst. Auch wenn Katastrophenübungen im Kreis Bergstraße regelmäßig stattfinden, ist das bevorstehende Ereignis alles andere als alltäglich: „Niemand wünscht sich einen Katastrophenfall, die Spannung auf die Übung ist aber auf jeden Fall da“, sagt Otto. Beteiligt ist am 1. Juli unter anderem die Freiwillige Feuerwehr Weinheim. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Baden-Württemberg zu üben, hat auch technisch einen besonderen Grund, denn die Feuerwehren nutzen verschiedene Funksysteme. „In Hessen haben wir bereits auf den Digitalfunk umgestellt, in Weinheim wird analog gefunkt“, sagt Otto. Er nennt noch einen weiteren Punkt, warum die bevorstehende Übung so wichtig ist. Denn seit der Abschaffung der Wehrpflicht werden für den Katastrophenschutz keine Helfer mehr freigestellt. Der Bund habe diese Aufgabe an die Länder übertragen.

Um einen sicheren Ablauf der Übung zu gewährleisten, muss die Ortsdurchfahrt (L 3257) zwischen Kreisel und Einmündung Oberflockenbacher Straße zwischen 15 und 17 Uhr voll gesperrt werden. Nach 17 Uhr wird es noch zu Behinderungen im Bereich des ehemaligen Hotels kommen. Ralf Otto wirbt besonders bei den Anwohnern um Verständnis, dass diese Übung nicht ohne Sperrungen möglich ist.

© Diesbachmedien Weinheim

Original Aritkel: http://www.wnoz.de/Hotel-wird-zur-Kulisse-einer-grossen-Uebung-47522138-68cc-4db7-b48f-492447952a21-ds